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Die Geschichte eines neuen Namens

Die Geschichte eines neuen Namens

Roman | Elena Ferrante

Hardcover
2017 Suhrkamp
Auflage: 1. Auflage
623 Seiten; 214 mm x 140 mm
ISBN: 978-3-518-42574-9

Wertung: (11 Rezensionen) - Rezension verfassen


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Besprechung
"Ein grandioses Zeitpanorama!"
Franz Haas, Neue Zürcher Zeitung Online 01.04.2016

Langtext
Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht - er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen. Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt.

Trotz all dieser Widrigkeiten beharren Lila und Elena immer weiter darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen, auch wenn der Preis, den sie dafür zahlen müssen, bisweilen brutal ist. Woran die beiden jungen Frauen sich festhalten, ist ihre Freundschaft. Aber können sie einander wirklich vertrauen?

Elena Ferrante hat einen Weltbestseller geschrieben. Ein Gipfelwerk der zeitgenössischen Literatur. Und einen Roman, den man erschüttert und begeistert liest!



Die Saga geht weiter 05. January 2017
Zu Beginn des zweiten Teils des Familienepos sind Elena und Lila 16 Jahre alt. Lila heiratet Stefano Carracci, obwohl die Ehe unter keinem guten Stern steht. Sie erwartet dennoch Unabhängigkeit durch ihren Schritt in die Ehe. Elena verliebt sich in einen Studenten, doch auch hier hängt der Himmel nicht voller Geigen, spielt er nur mit ihr? Werden sich die beiden Mädchen durchsetzen können, ihre Träume zu verwirklichen und vor allem, hat ihrer beider Freundschaft Bestand? Eines ist klar, es weht ein kalter Wind ? denn die Geschlechterrolle wird in diesem Teil Italiens noch größer geschrieben als anderswo.

Der Stil und die Sprache der Autorin Elena Ferrante wirkt wunderbar entschleunigend, sofort befinde ich mich als Leserin in einer anderen Zeit und anderen Welt. Elena Ferrantes Figuren haben Blut und Leben und strömen vor Authentizität. Die Geschichte wird weiter gestrickt und verliert nicht an Reiz zum ersten Band. Im Gegenteil, ich fiebere nun den nächsten zwei Bänden entgegen.

Meine klare Bewertung: fünf von fünf möglichen Sternen und ich empfehle die neapolitanische Saga nur zu gerne weiter an Leser und Liebhaber von Familien Romanen im großen und anspruchsvollem Stil. Bleibt zu hoffen, dass die Autorin, die unter einem Pseudonym schreibt, ihre Ankündigung nicht umsetzt, mit dem Veröffentlichen ihrer Geschichten zu stoppen, sollte ihre wahre Identität aufgedeckt werden, denn seit kurzem kennt die Welt ihren richtigen Namen.
Lila und Elena werden erwachsen 08. January 2017
Von Regina
Nahtlos an den ersten Band anknüpfend, erzählt Elena ihre und Lilas Geschichte weiter. Während die Ehe der 16jährigen Lila bereits vom Tage der Hochzeit an unter keinem guten Stern steht, bleibt Elena ihren Erfolgen in der Schule treu. Sie erzählt von ihren Mühen des Lernens und der ersten Beziehung zu Antonio, den sie mag aber nicht liebt. Doch das Alles sind eher Kindereien im Gegensatz zu Lilas Leben, die versucht sich gegen ihren Mann zu behaupten und dafür teuer bezahlen muss. Trotz der unterschiedlichen Welten, in denen die Beiden den Großteil ihrer Zeit verbringen, herrscht noch immer das Konkurrenzdenken zwischen ihnen vor, was ihre enge Verbindung aber nur zeitweilig unterbricht. Zumindest bis Lila sich ernsthaft in einen anderen Mann verliebt - was im Neapel Anfang der Sechziger Jahre durchaus mit dem Tod enden kann.
Keine Frage, auch der zweite Band dieser neapolitanischen Freundschaftssaga hat mich durchweg gefesselt, allerdings gelegentlich ebenso genervt. Immer wieder musste ich mir deutlich machen, dass es sich hier um 16, 17jährige Mädchen handelt, also Teenager. Und dass die stellenweise zickenartigen Verhaltensweisen für dieses Alter wohl einfach normal sind. Doch das, was von diesen jungen Frauen in diesem armen Stadtteil zu jener Zeit gefordert wird, ließ mich stets schnell vergessen, dass es eben keine Erwachsenen sind, von denen diese Geschichte erzählt.
Was ich im Gegensatz zum ersten Band vermisse, sind die zahlreichen bildhaften Schilderungen des Umfeldes der beiden Freundinnen. Während ich diese in 'Meine geniale Freundin' als eindrucksvollen und auch wesentlichen Teil des Buches wahrnahm, scheinen es jetzt deutlich weniger zu sein und wirken auf mich eher wie Hintergrundbeschreibungen. Natürlich haben sich die Persönlichkeiten der Protagonistinnen entwickelt und sind damit komplexer geworden, sodass sie jetzt mehr Raum einnehmen. Doch für mich machte gerade die Beschreibung der damaligen Gesellschaft einen großen Reiz des 1. Bandes aus, sodass ich es bedaure, dass davon nicht mehr so viel zu lesen ist.
Nichtsdestotrotz war es eine spannende und unterhaltsame Lektüre und ich möchte wissen, wie es weitergeht im Leben der Beiden. Ich freue mich schon auf den dritten Band.
Neapolitanische Saga Teil 2 - Ebenfalls sehr langatmig und dennoch faszinierend 08. January 2017
"Die Geschichte eines neuen Namens" von Elena Ferrante ist der zweite Band eines Vierteilers. Er erzählt die Jugendzeit von Lila und Elena. Zwei jungen Mädchen / Frauen, die sehr unterschiedlich sind und sich in der neapolitanischen Welt behaupten müssen. Ihre Freundschaft wird mitunter sehr auf die Probe gestellt. Ob sie standhalten kann? Mich hat Lilas Verhalten oft verwundert, denn es wird schnell klar, dass Egoismus und mit dem Kopf durch die wand gehen, bei ihrem Mann Stefano auf Gewalt stößt. Es widert mich an, wie Männer ihre Frauen behandeln und ihnen ihre Rechte abschwören, sobald die unter der Haube sind. Lila ist 16 als sie Stefano ehelicht. Ein Kind!

Im Klappentext erwähnt entwickelt sich in Lilas Leben eine gewisse Brutalität, die mir das Blut in den Adern gefrieren lässt. Für Lila bedeutet es, sich innerlich zurückzuziehen und Demütigungen und Prügel dadurch abzuwehren. Ich will nicht abstreite, dass sie Stefano herausfordert, aber seine Reaktionen sind gänzlich falsch. Solch einen Mann kann man nicht lieben, oder doch? Irgendwann kommt eine Wende, die Lila wieder liebenswert erscheinen lässt, allerdings nicht in den Augen von Elena, die sich Lila entfremdet. Lila ist sich ihrer Macht und Stellung bewusst und setzt doch alles aufs Spiel, auch ihre Freundschaft zu Elena.

Der Roman lässt sich leider nicht so leicht lesen wie erhofft, da ich mich innerlich wirklich darauf einlassen musste, mich erneut in ein Zeitalter zu begeben, in dem es Frauen an Wertschätzung fehlt. Ich fand es wirklich hart, da es an den ersten Band "Meine geniale Freundin" anknüpft (Rezension -HIER!) konnte ich nahtlos weiterlesen. Gleich zu Beginn gibt es ein Personenverzeichnis und dieses ist auch äußerst wichtig, da der Roman sonst noch schwerer zu lesen wäre. Es ist leider auch hier eine gewisse Langatmigkeit zu verspüren, die mir schon im ersten Band oft die Lust am Lesen nahm. Trotzdem kann ich mich einem gewissen Sog nicht entziehen, denn ich möchte den Sinn des Titels "Die Geschichte eines neuen Namens" erkennen und begreifen.

"Die Geschichte eines neuen Namens" ist einerseits wirklich hochkarätig, auf der anderen Seite aber wirklich sehr mühsam zu lesen. Gerade die Tage an denen sich Müdigkeit breit macht, verschwindet rasch das Interesse. Der 624 Seiten dicke Wälzer hielt mich mehr beschäftigt als erhofft, denn ebenso wie der erste Band nimmt die Story mitsamt seiner Hintergründe erst ab Mitte des Buches an Fahrt auf. Es lohnte sich also doch ein klein wenig durchzuhalten.

Eine nette, runde Lebensgeschichte, die mich leider nicht komplett überzeugt hat, daher nur eine eingeschränkte Leseempfehlung! Der Wohlfühlcharakter blieb gänzlich aus und weder Lila, noch Elena konnten mich überzeugen oder insgeheim Sympathiepunkte einheimsen. Mir ist immer noch schleierhaft, wie diese beiden jungen Frauen jemals Freundinnen werden konnten. Sie leben eigentlich aneinander vorbei und obwohl beide über einen großen Verstand verfügen, scheint nur eine bereit zu sein ihn zu nutzen, während die andere ihr vorgegebenes Leben als Ehefrau und Mutter leben wird. Diesem Käfig zu entkommen, nimmt ihr alle Kraft und wo Lila letztendlich endet, lest am besten selbst. Hochmut kommt vor dem Fall oder so ähnlich ?