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Die Runenmeisterin

Die Runenmeisterin

Torsten Fink

E-Book (EPUB)
2019 Thienemann Verlag in der Thienemann-Esslinger Verl
432 Seiten; ab 13 Jahre
ISBN: 978-3-522-62169-4

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Kurztext / Annotation
Packender Fantasyroman des Bestsellerautors.

Eher unfreiwillig landen die Zwillinge Ayrin und Baren beim kauzigen Runenmeister Maberic vom Hagedorn. Nun ziehen sie mit ihm durchs Land und erlernen die Magie der Runen. Ein Handwerk, das viel gefährlicher ist, als es den Anschein hat. Bald geraten die Zwillinge in ein Spiel finsterer Mächte, in dem Hexen, Drachen und die magische Urkraft selbst im Verborgenen ihre Fäden spinnen. Als sich Ayrins großes magisches Talent offenbart, wird klar, dass die Zwillinge etwas mit den Mächten, die die Menschheit bedrohen, verbindet. Woher stammt Ayrins Kraft? Schlummert etwas Dunkles in dem Mädchen? Wird Ayrins Kunst, die Runen zu zeichnen, am Ende über das Schicksal der Menschen entscheiden?

Torsten Fink, Jahrgang 1965, aufgewachsen an der Nordsee und im Nahetal, arbeitete lange als Texter, Journalist und literarischer Kabarettist. Er schreibt und lebt heute in Mainz, am liebsten mit Blick auf den Dom.


Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Fünf Nägel lagen in der offenen Hand, einer krummer als der andere. Ayrin betrachtete sie mit gerunzelter Stirn. "Mehr hast du nicht bekommen?", fragte sie ihren Bruder schließlich.

"Meister Ramold steckte mir außerdem noch zehn Heller zu, weil ich nicht nur seine Schmiede gefegt, sondern auch frisches Wasser am Brunnen geholt habe!" Baren wirkte beleidigt.

"Nicht viel, dafür, dass du drei Stunden fort warst. Du lässt dich ausnutzen. Ist das ein Hufnagel?"

"Er wird seinen Zweck erfüllen", erwiderte er, sichtlich verstimmt. "Hilfst du mir jetzt aufs Dach, oder willst du nur herumstehen und meckern?"

Blecherne Schläge hallten über das Dorf. Der Priester rief die Bewohner von Halmat mit der Stabglocke zum Tempel, um die Riten abzuhalten. Ayrin seufzte. Sie und Baren waren schon lange nicht mehr im Tempel gewesen. Die Ritentage waren die einzigen, an denen sie Zeit für die alte Nurre hatten.

"Trödelt nicht, Kinder! Und du, mein Junge, pass nur auf, dass du nicht herunterfällst!", schnarrte diese vom offenen Fenster der Hütte aus. "Das fehlte noch, dass du dir das Genick brichst, nur weil du das Dach einer alten Frau flickst, die es, das wissen die Götter, nicht mehr lange brauchen wird."

"Wenn es hineinregnet, muss das Dach ausgebessert werden", entgegnete Ayrin mit einem Lächeln, "oder willst du dir den Tod holen, Muhme?"

Die Alte schnaubte verächtlich. "Den brauche ich nicht zu holen. Er sitzt schon auf der Schwelle, Kind."

"Aber wir wollen nicht dafür verantwortlich sein, dass er eintritt", entgegnete Ayrin ernsthaft.

"Meinetwegen, aber jetzt hilf deinem Bruder. Und bitte die Götter, dass sie ihn beschirmen. Und du, Baren, achte darauf, wo du hintrittst, mit deinen ungeschickten Füßen! Nicht, dass du den Schaden noch vergrößerst. Und beeilt euch, es wird bald dunkel. Doch macht es ja ordentlich!"

"Ja, Muhme." Baren schnitt eine Grimasse und schob ein altes Fass an die Hüttenwand. Mit skeptischer Miene prüfte er die Festigkeit des Deckels, schwang sich darauf und dann vorsichtig weiter aufs Dach. "Gib mir die Bretter."

"Wo hast du die denn her?", fragte Ayrin, als sie ihm die zugesägten Stücke nach oben reichte. "Das scheint mir gutes Holz zu sein."

"Der Müller braucht sie nicht mehr."

"Du hast ihn gefragt?"

"Nein, aber sie lagerten mit ein paar Dutzend anderen schon seit Monaten vor seinem Schuppen. Er wird gar nicht merken, dass sie fort sind." Das Dach knarrte unter seinem Gewicht. "Den Hammer ...", kommandierte er.

Ayrin reichte ihn hinauf. "Vom Schmied?"

"Geliehen. Und ja, ich habe gefragt." Baren prüfte das Werkzeug. Der Kopf wackelte. "Ich hätte ihn länger ins Wasser legen sollen. Der Schaft hätte noch quellen müssen. Aber für die paar Nägel wird es reichen." Er kroch auf allen vieren über das Dach. "Sag der Muhme, sie soll mit dem Besenstiel dort gegen die Decke klopfen, wo es hineinregnet."

Ayrin gab die Anweisung weiter und trat dann ein Stück zurück, um ihren Bruder auf dem Dach besser sehen zu können. Bald erklang zweifaches Hämmern. Nurre hörte nicht auf, innen zu klopfen, obwohl Baren schon dabei war, ein Brett über die schadhafte Schindel zu nageln. Die Sonne stand tief im Westen und der scharfe Wind ließ nadelfeinen Raureif von den Weiden regnen. Im Norden ragten die Grauberge in den Himmel. "Man sollte sie Weißberge nennen. Sie sind die einzigen, die noch reichlich Schnee tragen, in diesem komischen Winter. Ich glaube, diesen Sommer werde ich ein wenig in ihnen herumklettern", rief Ayrin.

Ihr Bruder hielt mit der Arbeit inne. "Der Ohm wird es kaum erlauben."

"Aber wenn wir uns erst freigekauft haben ..."

"Dann kannst du klettern, soviel du willst, Schwester. Doch wird das noch mindestens ein Jahr dauern - wenn alles gut geht. Und wann geht schon einmal alles gut?"

Ayrin seufzte. Ihr Bruder hatte recht. Der Ohm fand immer einen Grund, ihnen irge