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Wüstenprinzessin des Ewigen Eises

Wüstenprinzessin des Ewigen Eises

Ellie Sparrow

E-Book (EPUB)
2019 Carlsen
352 Seiten; ab 14 Jahre
ISBN: 978-3-646-60468-9

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Kurztext / Annotation
Die Magie von Feuer und Eis
Schon seit sie denken kann, hat Prinzessin Avianna eine große Bestimmung: den Thron des Wüstenreichs zu besteigen. Doch dies ist an eine Bedingung geknüpft. Nur wer in der Lage ist, die Magie des Feuers zu beherrschen, ist auch würdig das Land Iralia zu regieren. Für Avianna scheint dies aber zu einer unüberwindbaren Hürde zu werden, denn so sehr sie sich auch bemüht, die Flammen wollen ihr nicht gehorchen. Als ihr Vater, der König, davon erfährt, kommt es zum Unvermeidlichen. Avianna wird enterbt und dem kühlen Herrscher von Glacien versprochen, dem Land der alles durchdringenden Eismagie. Für die Prinzessin ein wahrgewordener Alptraum, auch wenn der Eiskönig einen merkwürdigen Sog auf sie ausübt...

//"Wüstenprinzessin des Ewigen Eises" ist ein in sich abgeschlossener Einzelband.//

Ellie Sparrow lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Niedersachsen. Schon als Kind hat sie gern Geschichten gehört und selbst erzählt. Mit dem Schuleintritt kam dann auch die Liebe zum geschriebenen Wort. Seitdem trifft man sie meist an ihrem Arbeitsplatz an, wo sie in fantastische Welten eintaucht und Herr über ihren eigenen kleinen Kosmos ist. Außerhalb der schöpferischen Arbeit findet man sie mit der Nase tief in einem Buch vergraben, mit dem Controller vor der Konsole oder zusammen mit ihrer Familie in der Natur.

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Kapitel 1

Die Flamme verpuffte, bevor man sie mit bloßem Auge hätte erkennen können. Sie war nur ein flüchtiges Gefühl, ein Kribbeln in den Fingerspitzen, eine Welle in meinem Körper, die zu schnell verebbt war.

Frustriert sank ich an das Ufer der Oase und betrachtete die aufgewühlte Wasseroberfläche. Mira stand am anderen Ufer, das von hohen Palmen und ein wenig Buschwerk umgeben war, und warf Steine, die kunstvoll über den See hüpften und mit jedem Sprung kleine Wellen hinterließen. Dabei versuchte sie nicht allzu auffällig zu mir herüber zu starren. Sie war jedoch nicht sehr geschickt darin, ihre Neugierde zu verbergen und mit jedem gescheiterten Versuch meinerseits sanken ihre Schultern mehr in sich zusammen.

Ich war womöglich Iralias erste Kronprinzessin, die ihre Magie nicht einzusetzen wusste. Ich hatte Zugang zu ihr, spürte sie in jeder Faser meines Körpers, aber es gelang mir nicht sie freizusetzen. Ihre Energie zu kanalisieren, zu visualisieren.

Ich atmete tief durch. Spürte dem übernatürlichen Fluss in mir nach, der wie Blut durch mich hindurch pulsierte, im ständigen Einklang mit mir. Nahm das kribbelige Gefühl wahr, wenn ich mich auf diese Kraft konzentrierte. Sie war da, in mir, und ich fühlte sie. Sie erfüllte mich, war ein Teil von mir.

Dann öffnete ich die Hände, ließ den Fluss aus purer Energie in sie hineinfließen. Hitze durchströmte mich, vor meinen Augen loderte es Rot-Orange, bevor die Farbe in tausend kleine Funken zersprang. Das Kribbeln kehrte in meine Fingerspitzen zurück, wuchs zu einem heißen Brennen heran. Vor mir, als Trugbild in meinem Kopf, entstand ein Funke, wurde zu einer kleinen Flamme, die in meinen Gedanken an meinen Fingern leckte und sich um meine Hand herum zu einem flammenden Inferno entwickelte. Ich ließ die Magie frei. Ein Lichtblitz, der sicher eine Flamme geworden wäre, wenn ich meine Kraft festhalten hätte können. Die Magie kollabierte und mit ihr beinahe auch ich.

Heiße Tränen sammelten sich in meinen Augen und ließen das Wasser und die Welt um mich herum verschwimmen, bis alles nur noch einem Gemisch aus ineinanderlaufenden Farbtupfen ähnelte. Meine Sicht bestand nur mehr lediglich aus Blau- und Beigetönen.

Trotzig wischte ich mir mit dem Ärmel meiner Tunika über die Augen, blinzelte die ersten Tränen mit aller Macht fort. Mein Atem kam stoßweise. Erneut hatte ich mich in der Hoffnung, endlich die Magie zu entfesseln, voll verausgabt. Stattdessen raste mein Herz in meiner Brust, ohne dass ich den Hauch einer Flamme zustande gebracht hätte.

"Es ist genug für heute, Prinzessin." Mira war neben mir aufgetaucht. Ich hatte nicht einmal gemerkt, wie sie zu mir getreten war. Jetzt legte sich ihre zierliche, schlanke Hand auf meine Schulter und drückte aufmunternd zu. "Morgen ist ein neuer Tag."

"Die Zeit spielt gegen mich", fuhr ich sie an und ihre schmale Gestalt zuckte unter meinen harschen Worten zusammen. Etwas sanfter fuhr ich fort: "Wenn ich bis zur Verlobungszeremonie nicht meine Magie beherrsche, werde ich meines Amtes als rechtmäßige Thronfolgerin enthoben."

"Bis dahin wirst du die Magie beherrschen", versicherte sie mir, ließ ihre Hand von meiner Schulter zu meinem Oberarm rutschen und zerrte leicht daran. "Nun komm schon. Wir müssen dich für den Ball zurechtmachen."

Ich schluckte schwer, nickte aber. Der Ball. Der Abend, an dem es mir vergönnt sein würde, mir einen Prinzen zum Verlobten zu nehmen, um bald mit ihm Iralia zu regieren. Meine baldige Krönung verkörperte all das, wofür ich geboren worden war, und mein fehlendes Feuer war in der Lage alles, wofür ich immer gearbeitet hatte, zunichtezumachen.

Die Zofen schwirrten emsig um mich herum wie Bienen um eine pollenreiche Blüte. Hier zupften sie an meinen Haaren, dort zerrten sie an dem Mieder des Kleides. Schichten aus Tüll und Taft und Seide wurden drapiert, Bänder in Haarsträhnen geflochten, Wangen gepudert.