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Billy

Billy

Roman | einzlkind

E-Book (EPUB)
2017 Suhrkamp Verlag
Auflage: 1. Auflage
205 Seiten
ISBN: 978-3-518-74988-3

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Kurztext / Annotation
Als Billy das erste Mal den Schalldämpfer auf seine Walther schraubt, denkt er an Nietzsche, den "großen Immoralisten, den Verbrecher, den Antichrist". Zwölf Morde wird er im Laufe der Jahre begehen. Dabei fing alles so ganz harmlos an. In einer Kleinstadt in Schottland, wo Billy behütet bei Onkel und Tante aufwächst.
Mit 22 tritt er in die Firma der Familie ein, eine Firma, die Auftragsmorde an Mördern erledigt. Er ist 34, als er nach Las Vegas fährt, um Whip zu treffen, ein Mitglied der Familie. Dort wird Billy von seiner Vergangenheit eingeholt, es kommt zum Showdown ...

"Wer immer einzlkind sein mag, er hat einen der geistreichsten Romane des Jahres geschrieben. Man kann nur hoffen, dass sie bald Zuwachs bekommen: Harold, Gretchen und Billy." General-Anzeiger, Bonn

"Dieser Roman ist ein Gesamtkunstwerk, nicht nur Krimi, sondern zugleich philosophisch, witzig, sozialkritisch." WDR 5

"Ein Mordsspaß ... Billy ist kurzweilig, süffig und geistreich geschrieben." Südwest Presse

einzlkind ist ein Bestsellerautor. 2010 erschien sein Roman Harold , 2013 Gretchen .


Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

12

12 Im wahren Leben war die Philosophie oder das, was ich von ihr wusste, nicht immer von Vorteil. Wie zum Beispiel in der Schule. Ich sagte oder schrieb auf, was ich von Onkel Seamus gelernt hatte. Sagte, woran ich glaubte oder nicht glaubte, und diese Dinge waren mit pädagogischer Korrektheit nicht immer kompatibel.

Ich hatte vielleicht zwanzig Lehrer während meiner Schulzeit. 19 davon trichterten uns Wissen ein, sie taten, was sie gelernt hatten, ihren Job. Und dann hatte ich Mr. Macmillan. In Mathematik. In der fünften Klasse. Bis heute mag ich keine Mathematik, was vor allem daran liegt, dass ich überhaupt kein Talent für Mathematik besitze. Zahlen in Kombination mit Buchstaben und Sonderzeichen finde ich nahezu unheimlich. Aber in der Schule liebte ich die Mathematik. Wie alle anderen auch, die bei Mr. Macmillan Unterricht hatten. Mr. Macmillan war ein alter, weißhaariger Mann, der seine Augenbrauen auch hätte flechten können, so lang waren sie. Er war schon ewig pensioniert, unterrichtete aber aus Nachwuchsmangel noch einige Jahre weiter. Er war der Einzige meiner Lehrer, den Onkel Seamus nicht als Gurkensandwich, das der Hund schon mal im Maul hatte , bezeichnete. Ganz im Gegenteil, er hatte eine Hochachtung vor Mr. Macmillan. Ich auch. Denn es hieß, er habe mal einem Schüler auf sehr traditionelle Art und Weise die Leviten gelesen, mit einem Lineal, dreißig Zentimeter, Hartholz. Für dieses Gerücht fand ich über all die Jahre jedoch keinerlei Bestätigung. Es war nicht so, dass er keine Autorität ausstrahlte, denn das tat er, aber auf eine sehr natürliche Art und Weise, er brauchte dafür keine Lautstärke, kein Gepolter und auch kein Unrecht. Seine physische Präsenz reichte völlig aus. Sein Unterricht war ungewöhnlich, um nicht zu sagen eigensinnig. Er erwartete von uns, dass wir kopfrechnen konnten, den Dreisatz und die Grundlagen der Algebra beherrschten. Mehr nicht. Die wirklich spannenden Sachen, sagte er, sind die Probleme der Mathematik, nicht die Lösungen. Er spielte mit den Zahlen und er spielte mit uns. Und manchmal hatte ich das Gefühl, dass er ganz verliebt war in Zahlen, so wie man in Mädchen verliebt ist oder in Turnschuhe. Damals, mit elf Jahren, war das ungefähr das Gleiche. Und so betraten wir nicht selten Wege, die wir komisch fanden, um nicht zu sagen unheimlich, wir gingen in Irrgärten und durch Sümpfe, in denen jeder Schritt waghalsig war, immer auf der Suche, immer im Fieber, der Erste sein zu wollen, der Mr. Macmillan mit seiner Supergescheitheit beeindruckte.

Er fragte uns zum Beispiel, wie viel eins plus eins sei. Und gleichwohl uns diese Frage merkwürdig vorkam, sagten wir natürlich alle: zwei. Und dann fragte er uns, ob wir schon mal davon gehört hätten, dass es in der ganzen Welt keine zwei Dinge gibt, die vollkommen identisch sind. Und da wir kluge Kinder waren, sagten wir natürlich alle wieder ja, selbst die, die noch nicht davon gehört hatten. Und dann fragte er uns, wie wir nun auf die Idee kommen können, dass eins und eins gleich zwei sei und nicht ungefähr zwei oder annähernd zwei. Und darüber diskutierten wir dann, lautstark und inbrünstig, und uns allen schwirrte ungeheuerlich der Kopf, und die Zeit bemerkten wir gar nicht, und wenn es dann klingelte, waren wir immer ganz erschrocken. Bis zum heutigen Tag bin ich hin und wieder unsicher, ob eins und eins tatsächlich zwei ist, trotz all der Theorien und Theoreme.

Mit Mädchen war es auch nicht immer einfach, wenn die Philosophie mit ins Spiel kam. Nicht, dass es keine Berührungspunkte gegeben hätte. Das Problem war von schlichterer Natur, denn die Philosophie war mein Aston Martin. Angeberei jedoch kommt selten gut an.

Wie zum Beispiel bei meinem ersten Date mit Mackenzie, die alle immer nur Mac nannten. Wir waren im gleichen Alter, beide 17. Das erste Mal habe ich sie mit Spooky

Der Autor lebt in England. Oder in Deutschland. Er ist militanter Nichtraucher und schwer übergewichtig. Neulich erst hat er eine neue Kaffeemaschine gekauft. Seine alte war kaputt.