Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website zu bieten und erlauben das Setzen von Drittanbieter-Cookies. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Weitere Informationen zu den verwendeten Cookies, und zu ihrer Deaktivierung finden Sie hier.

Suche

Sieben Arten Dunkelheit

Sieben Arten Dunkelheit

Christian von Aster

E-Book (EPUB)
2019 Thienemann Verlag in der Thienemann-Esslinger Verl
320 Seiten; ab 12 Jahre
ISBN: 978-3-522-62174-8

(0 Rezensionen) - Rezension verfassen


€ 14,99

in den Warenkorb
  • EPUB sofort downloaden
    Downloads sind nur in Österreich möglich!
  • Versandkostenfrei (Inland)
  • Als Fester Einband erhältlich
Kurztext / Annotation
Phantastik zwischen Licht und Schatten, für Leserinnen und Leser von 12 bis 99.

Das Vielnachtamulett schützt seinen Träger vor der Magie der Finsternis. Als Schüler eines Nachtzähmers tragen David und Ayumi diesen Talisman. Doch im Dunkel braut sich etwas zusammen, so finster, dass kein Amulett der Welt dagegen etwas ausrichten kann ...

'Selten war im Dunkel so viel los wie bei Christian von Aster.' Kai Meyer

Christian von Aster, geboren 1973, studierte Germanistik und Kunst, um sich schließlich Bühne, Film und Schreiben zuzuwenden. Neben seinen Fantasybüchern ist er auch mit seinen Lesungen, die gleichermaßen die Gothic- wie Phantastikszene begeistern, einem großen Publikum bekannt. Außerdem betreibt er die Leipziger Lesebühne "Staun & Schauder". Christian von Aster wurde 2012 mit dem SERAPH-Preis ausgezeichnet.

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

KAPITEL II

IN DEM UNSER KÜNFTIGER HELD ERFÄHRT, DASS ES TATSÄCHLICH GRÜNDE GIBT, SICH VOR DER DUNKELHEIT ZU FÜRCHTEN

Kurz vor Beginn der ersten Stunde schüttete es draußen wie aus Eimern. Es war ein heftiges Unwetter. Eines von der Sorte, in dem Helden gewöhnlich, von Blitzen beleuchtet, inmitten des Donners, die Welt oder zumindest eine Prinzessin retteten.

Alle anderen wurden einfach nur nass. So wie David, der seine Mitschüler wie jeden Morgen von der Bushaltestelle aus beobachtete. Wie sie sich in der Eingangshalle des Schulgebäudes balgten, lachten und auf ihre Mobiltelefone starrten.

Er war kein Held. Schon weil er anders war. Und die anderen immer so jemanden brauchten. Einen, der anders war und den sie mit irgendwas aufziehen konnten. Wofür sich ein Fünfzehnjähriger, der sich im Dunkeln fürchtete, hervorragend eignete. Vor allem, wenn alle von seiner Schwäche wussten ...

Der Donner rollte über David hinweg, als er das Fernglas absetzte und auf seine Armbanduhr schaute. 07:42. Drei Minuten bis zum ersten Gong. Bis die Türen aufgingen und die anderen in ihren Klassenräumen verschwanden. Dann würde er zum Haupteingang fahren, dort sein Fahrrad anschließen und ihnen folgen.

Selbst durch das Gewitter hindurch hörte er die Schulklingel.

Und während seine Mitschüler über die Treppen in die oberen Stockwerke verschwanden, atmete David tief durch, wischte eine nasse Haarsträhne zur Seite und schulterte seufzend seinen Rucksack.

Eine knappe Minute vor dem zweiten Gong huschte David geduckt an seiner Klassenlehrerin und einer kleinen dunklen Gestalt vorbei in den Klassenraum, wo er sich vorne links in die Bank fallen ließ.

Als Leon ihn entdeckte, hatte dieser nicht einmal mehr die Zeit, ihn Schwuchtel zu nennen, weil Frau Drescher bereits die Tür ins Schloss zog.

Verwundert hob David den Kopf. Neben seiner Lehrerin stand die kleine finstere Gestalt vom Flur, die er beim Vorbeihasten nur kurz aus dem Augenwinkel wahrgenommen hatte. Schon dabei hatte ihn irgendetwas an ihr irritiert. Etwas, das er selbst jetzt, wo diese kleine schwarz gekleidete Person keine zwei Meter von ihm entfernt stand, nicht benennen konnte. Es war ein Mädchen, offenbar eine Asiatin, wesentlich kleiner als die meisten anderen in der Klasse und somit ein gefundenes Fressen für Jungs wie Leon und Marvin. Dabei wirkte dieses kleine Mädchen jedoch bereits auf den ersten Blick derart selbstsicher, dass David sich davon gern eine Scheibe abgeschnitten hätte.

Während die anderen um ihn herum langsam zur Ruhe kamen, legte er den Kopf auf die Seite und betrachtete sie. Sie trug ein schlichtes schwarzes Kleid. Keine Markenklamotten. Das mit Abstand Seltsamste aber war ihre dunkle Sonnenbrille, die tatsächlich so riesig war, dass die einzelnen Brillengläser fast wie schimmernde Insektenaugen wirkten.

Mit etwas Glück würde er dem Mädchen ein paar Ratschläge geben können. In den letzten beiden Jahren hatte er schließlich eine Reihe von Strategien entwickelt, um Mobbing, Ärger und Jungen wie Marvin und Leon zu entgehen. David wusste, wann sie wo abhingen und vor welchen Mädchen sie sich besonders wichtigmachen wollten. Inzwischen kannte er sogar die ein oder andere Möglichkeit, die beiden zu beschwichtigen. Dafür hatte er unter anderem immer eine Schachtel Zigaretten im Rucksack. Marvin war da einfach gestrickt. Und Leon ließ einen erfahrungsgemäß in Ruhe, wenn man ihm seine Physikhausaufgaben machte.

"Wenn uns dann jetzt auch noch Herr Gliehm seine Aufmerksamkeit schenken würde, könnte ich euch jemand Besonderen vorstellen, dem ihr in den nächsten Wochen noch öfter begegnen werdet."

David fuhr hoch. Frau Drescher stand mit verschränkten Armen direkt vor ihm und schaute ihn vorwurfsvoll an. Er murmelte eine Art Entschuldigung. Gerade wollte seine Lehrerin noch einmal ansetzen, als aus einer der hinteren Reihen plötzlich eine Fanfare ertönte. Es war das übl