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Die Jahre der Leichtigkeit

Die Jahre der Leichtigkeit

Roman. Die Chronik der Familie Cazalet | Elizabeth Jane Howard

Taschenbuch
2018 DTV
576 Seiten; 210 mm x 134 mm
ISBN: 978-3-423-14682-1

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Besprechung
"Man kann sich in 'Die Jahre der Leichtigkeit' lustvoll hineinfallen lassen."
Konrad Holzer, Buchkultur Bücherbrief Juli 2018

Kurztext / Annotation
Auftakt einer fünfbändigen Familiensaga über die Cazalets, eine großbürgerliche Familie im England der späten Dreißigerjahre.

Langtext
Willkommen bei den Cazalets - Auftakt einer unwiderstehlichen Familiensaga!

"Howard ist eine dieser Autorinnen, die uns in ihrem Werk zeigt, wofür Romane existieren. Sie hilft uns das Nötige zu tun - unsere Augen und Herzen zu öffnen." Hilary Mantel

Die Cazalets. Eine großbürgerliche Familie im England der späten Dreißigerjahre - unruhige Zeiten. Aus dem Familiensitz Home Place in der malerischen Grafschaft Sussex wird unerwartet ein Zufluchtsort für mehrere Generationen. Feinfühlig erkundet Elizabeth Jane Howard in der fünfbändigen Familiensaga die Sehnsüchte und Geheimnisse der Cazalets und erweckt eine vergangene Welt zu neuem Leben.

Band 1: England, 1937. Zusammen mit ihren Familien kehren die Cazalet- Brüder Hugh, Edward und Rupert wie jeden Sommer in das Haus ihrer Kindheit im Herzen von Sussex zurück. Vor ihnen liegen herrlich lange Ferienwochen. Doch die unbekümmerte Stimmung ist trügerisch: Der Zweite Weltkrieg wirft seine Schatten voraus, und auch innerhalb der Familie schwelen Konflikte.

Howard, Elizabeth Jane
Elizabeth Jane Howard wurde am 26. März 1923 in London geboren. Sie arbeitete als Schauspielerin und Modell, bevor sie 1950 ihren ersten Roman, 'The Beautiful Visit', schrieb, für den sie 1951 mit dem John Llewellyn Rhys Prize ausgezeichnet wurde. Es folgten weitere Romane, eine Sammlung von Kurzgeschichten und Slipstream (2002), ihre Autobiographie. Bis 1983 war sie verheiratet mit Kingsley Amis und damit die Stiefmutter von Martin Amis, der es ihr, wie er sagt, verdankt, dass er zum Schriftsteller wurde. Im Jahr 2000 verlieh Queen Elizabeth II. ihr den Verdienstorden Commander of the British Empire. Am 2. Januar 2014 verstarb Howard mit 90 Jahren in ihrem Haus in Suffolk.

Wulfekamp, Ursula
Ursula Wulfekamp, 1955 im südenglischen Salisbury geboren, wuchs in England und Deutschland auf und studierte Germanistik und Anglistik in Regensburg und Tübingen. Neben Tätigkeiten als Redakteurin und Lektorin in London und München übersetzt sie seit über dreißig Jahren Belletristik und kunsthistorische Sachbücher aus dem Englischen. Zu den von ihr übersetzten Autorinnen gehören u.a. Elizabeth Jane Howard, Tracy Chevalier, Agatha Christie, Maeve Binchy, Annie Leibovitz und Joanne Harris. Ursula Wulfekamp lebt in Prien am Chiemsee.


Englische Familiensaga 31. Juli 2018
Das Cover des Buches ist sehr anziehnend, es sieht nach gemütlichen Lesestunden aus. Und so war es dann auch. Ich konnte sehr gut bei diesem Buch entspannen und mir kam entgegen, dass ich gerade auf dem Downton Abbey Trip war. So konnte ich mir die Mitglieder dieser Familie noch besser vorstellen.
Auf Seite 195 glaubte ich ein Dejavue zu haben, als es um den Herrn Schicklgruber ging, der Anstreicher über den jeder lachte und niemand ihn ernst nahm. Sein Name Hitler wurde später dann sehr bekannt. Und mir läuft dann ein Schauer über den Rücken, wenn ich bedenke, es gibt auch heute einen Politiker über den die Meisten lachen. Hoffen wir, dass doch einiges aus der Vergangenheit gelernt wurde.
Jeder in der Familie Cazalet geht anders mit den drohenden Veränderungen um, oder sie nehmen sie einfach nicht so wahr. Vielleicht ist es auch schwer in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg, der soviel Leid brachte, zu glauben dass es wieder in den Abgrund geht.
Mir persönlich hat das Buch gut gefallen, wie schon gesagt: es ist etwas zum Entspannen.

Braucht man das oder nicht? 21. Juli 2018
Die 576 Seiten des ersten Bandes der fünfbändigen Cazelet-„Chronik“ habe ich locker heruntergelesen, doch obwohl ich in Band zwei mindestens hineinlesen werde, bleibt das Gefühl, irgendjemand habe nach dem Erfolg der Serie „Downton Abbey“ nach einem, mit Verlaub, „Trittbrettfahrer“ gesucht. Unfair? Downton Abbey erschien ab 2000 im TV, hingegen das Original „The Light Years“ erschien bereits 1990. Der deutschen (Neu-) Ausgabe vom 20. Juli 2018 ging eine Ausgabe aus den Neunzigern voran unter dem Titel Sommerjahre mit ähnlich süßlichem Cover, Übersetzerin der Reihe damals Regina Winter. Ach, und verfilmt hat man die Cazelets auch, 2001. Ich vermute mal, das sehen wir hier bald. Bei der Ferrante-„Saga“ fehlt mir immer noch Band 4, weil ich mich frage, ob es wirklich ALLER (und so vieler) Bände bedarf – für’s Verlags-Portemonnaie sicher... Saga? Chronik? Uff.

Worum geht’s? Um die Familie Cazelet und ihr (sehr eng gezogenes) Umfeld, hier in den Jahren 1937-38. Keine Adeligen wie bei Downton, keine Unterschicht wie bei Ferrante mit Bildungs-Ehrgeiz – gut situierte Holzhändler, bloß keine weiteren Ambitionen. Unmengen von Personal, ohne jedoch den Fokus auf diese Parallelwelt wie bei Downton, nur kurze Streiflichter. Wie bei Ferrante, sollte man die Liste der Handelnden neben die Lektüre legen (es gibt einen Stammbaum zu Beginn), sonst blättert man dauernd – es sind zu viele, gleich von Anfang an, später kommen noch die Schwestern der Großmutter hinzu, die Schwester einer der Ehefrauen samt Mann und Kindern, die Geliebten zweier Protagonisten samt Familie…mir war es früh wurscht, wer wohin gehörte. Der Fokus schien mir auf den Frauen zu liegen, mit einem Beigeschmack: Sex ist wie alles Körperliche für „anständige“ (Ehe-)Frauen tabu, freudlos, uninteressant, ebenso außerhalb der Reichweite wie Selbständigkeit, Berufstätigkeit, eine eigene Entscheidung oder Meinung und der Ansatz der Erfüllung eigener Interesssen. Die zwei zu Bildung und eigenem Denken anders angelegten Charaktere, die Lehrerin Millicent und die ledige Cazelet-Schwester Rachel, sind dann gleich auch keusch angelegt, die eine fast mittellos und häßlich, die anderere rückenleidend und verdammt zur ewigen Selbst-Aufopferung, beide eher völlig unerfüllt liebend. In DER Häufung etwas zu viel. Selbst die eine glückliche Ehe krankt daran, dass jeder stets mit Bedacht tut, was der andere vermeintlich will, aber beide tatsächlich gar nicht mögen.

Einzig die Kinder empfand ich als komplexer gezeichnet, da kann zum Beispiel der Junge Teddy gleichzeitig dümmlicher Hedonist sein, Unterdrücker der Jüngeren und geduldiger Retter der Katze von Polly. Dem wohl geschuldet, lagen mir die Kinder näher, die Mädchen Louise, Polly, Clery speziell, Töchter je eines der Cazelet-Söhne. Da schwingt einiges an Andeutung in den Zeichnungen der Mädchenfiguren mit; Clery mit ihrem schriftstellerischen Talent und der bösen Stiefmutter (natürlich jung, dümmlich, ichzentriert), Polly mit all ihren Ängsten (um die Mutter, einen möglichen Krieg) und Louise, etwas verwirrend bezüglich der erfahrenen sexuellen Belästigung, von der später nicht wieder die Rede ist, mit Schauspieler-Ambitionen. Die weitere Andeutung liegt natürlich in der Zeit: während 1937 die Kriegserfahrung der Söhne dargestellt wird, steht 1938 im Zeichen dessen, von dem dem Leser die ganze Zeit bewusst ist, das es kommen wird, während die Romanfiguren noch auf Chamberlains Appeasement-Politik vertrauen.

Bei den Erwachsenen ist alles dabei, der glücklose Künstler, der Ehebrecher mit dem Selbstbild der völligen Selbstverständlichkeit, die etwas schrulligen Alten, die resolute Köchin, der grummelige Gärtner. Archetypen, irgendwie weniger amüsant als bei Agatha Christie mit der ihr eigenen Bissigkeit, die man meist nicht gleich bemerkt. Unterhaltsam für nebenbei – ich fand irgendwie das Leben der Autorin deutlich spannender. Ihr Vater war Holzhändler (sic!), ihre Mutter wie Villy früher Tänzerin. Ich lese mal in die Autobiographie hinein. Ihr Stiefsohn Martin Amis schätze sie als interessanteste Schriftstellerin neben Iris Murdoch, ich mag ihm nicht ganz folgen. 3 ½ Sterne.